Tonleitern und Tonarten: Was ist das und wie helfen mir Tonarten beim freien Spielen?

Tonleitern – ganz gleich ob Dur- oder Moll-Tonleitern – sie werden Dich auf Deinem Weg als Pianist stets begleiten. Und das ist gut so. Denn Tonarten und Tonleitern helfen Dir dabei, die Struktur hinter einem Stück zu begreifen – und so noch intuitiver spielen zu können. Ganz ohne Noten. Man kann also sagen: Jede Tonleiter auf dem Klavier ist Deine Blaupause für das intuitive Spielen.

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Picture of Gordon November
Gordon November
Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.
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Wie Du mit Hilfe von Tonleitern noch besser Klavier spielen und Dich sicherer von Taste zu Taste bewegen kannst, erfährst Du unter anderem in meinem Buch ‘Tonarten meistern ohne Noten’.

Du willst nicht warten und sofort mit dem Klavier spielen loslegen? Kein Problem. Das Buch brauchst Du jetzt nicht. Ich führe Dich in diesem Artikel an das Thema Tonleitern heran. Dafür brauchst Du kein Vorwissen – also ideal für Anfänger. Klingt gut? Dann lass uns loslegen!

Was ist eine Tonleiter?

In einem ersten Schritt möchte ich Dir die Tonleiter am Klavier erklären.

In Summe hat ein Klavier 88 verschiedene Tasten und Töne. Doch genau genommen sind es ‘nur’ 12 Töne – die sich immer wieder auf der Klaviatur wiederholen. Aus diesen Tönen lassen sich verschiedenste Tonfolgen kreieren.

„Eine Tonleiter ist eine Tonfolge aus immer denselben Tönen.“

Wirklich schön klingen meines Erachtens nur zwei Tonleitern. Einmal der Klassiker C – D – E – F – G – A – H – C. Das ist die Dur-Tonleiter.

C-Dur Tonleiter Klavier Tastatur mit Fingersatz
C-Dur Tonleiter mit Fingersatz

C – D – Es – F – G – As – B – C ist dagegen die Moll-Tonleiter.

C-Moll Tonleiter Klavier Tastatur mit Fingersatz
C-Moll Tonleiter mit Fingersatz

Wenn Du den genauen Unterschied zwischen Dur und Moll verstehen möchtest, schau in meinem passenden Blogbeitrag dazu vorbei.

Was ist eine Tonart?

Du hast gerade am Klavier zwei Tonleitern kennengelernt. Nun möchte ich Dir erklären, was eine Tonart ist.

Von einer Tonart spricht man, wenn man in einem Stück ausschließlich die Töne einer bestimmten Tonleiter verwendet. Spielen wir also ein Stück, in dem ausschließlich Töne aus der C-Dur Tonleiter vorkommen, ist das Stück in der Tonart C-Dur.

„Achtung: Es gibt auch Ausnahmen. Ein Stück oder Lied in C-Dur kann auch zwischen verschiedenen Tonarten wechseln. Wechsel sind also kompositorisch möglich.“

Achtung

Es gibt auch Ausnahmen. Ein Stück oder Lied in C-Dur kann auch zwischen verschiedenen Tonarten wechseln. Wechsel sind also kompositorisch möglich und prägen Dein Klavierspiel.

Gut zu wissen

In der Pop- und Volksmusik bleibt man meistens innerhalb einer Tonart. Tonartwechsel sind hier im Regelfall nicht zu erwarten und die Ausnahme.

Zusammenfassung

Eine Tonleiter ist immer eine Tonart mit fest definiertem Grundton und festgelegten Tonstufen. Eine Tonart ist dagegen ein Schema, in dem die Töne auf verschiedenste Weise miteinander verbunden werden.

Welche Tonleitern gibt es?

Auf dem Klavier gibt es viele verschiedene Tonleitern. Jede Tonleiter hat einen einzigartigen Klang und kann für verschiedene Musikstücke und Musikstile verwendet werden. Wenn Du Klavier spielen möchtet, musst Du eigentlich nur die Dur-Tonleiter, die Moll-Tonleiter und die Pentatonik-Tonleiter kennen.

Dur-Tonleitern bestehen aus 8 Tönen, wobei jeder Ton eine andere Note hat. Sie beginnen mit der Tonika (der ersten Note) und enden auf dem Oktavton (der achten Note).

In Dur-Tonleitern herrscht eine deutlich positive Atmosphäre, da sie sehr harmonisch klingen. Diese Art von Tonleiter wird häufig in Pop-Musik-, Rock-Musik- und Jazz-Stücken verwendet.

Molltonleitern sind ähnlich wie Dur-Tonleitern. Im Gegensatz zu Dur-Tonleitern ist Molltonalität trauriger und melancholischer anmutend, da die dritte und sechste Note in dieser Art von Tonleiter um einen Halbtonschritt abgesenkt wird.

Sie werden oft in Blues-, Country-Musik oder Jazzballaden verwendet. Molltonleitern werden daher auch häufig als Blues Tonleitern bezeichnet.

Die Pentatonik ist eine fünftönige Skala, die nur fünf Noten enthält. Pentatonische Skalen klingen sehr harmonisch – es gibt keine Dissonanzen. Daher haben sie einen ruhigen Klang, der leicht zu spielen ist und häufig in der traditionellen asiatischen Musik vorkommt.

Aufbau einer Pentatonik - Taste für Taste

Und so baust Du eine Pentatonik auf: Du wählst einen Ausgangston auf dem Klavier und baust über diesem vier Quinten auf. Die ermittelten Töne ordnest Du nun nebeneinander an und spielst sie aufwärts oder abwärts. Voilà, eine pentatonische Tonleiter.

Es gibt noch viele andere Arten von Tonarten und Tonleitern, aber diese drei werden von Pianisten am häufigsten verwendet.

Alle Tonleitern im Überblick

Die C-Dur-Tonleiter ist wohl die bekannteste und einfachste Klavier Tonleiter, die es gibt. Aber es gibt viele verschiedene Tonleitern mit unterschiedlichen Intervallen und Skalen. Was sind die Unterschiede und welche solltest Du kennen?

Die C-Dur-Tonleiter ist eine sogenannte diatonische Tonleiter und besteht aus den Tönen C, D, E, F, G, A und H. Die Intervalle zwischen den Tönen sind dabei immer gleich: Es gibt einen Ganzton zwischen C und D, zwischen D und E, zwischen F und G sowie zwischen G und A. Zwischen E und F sowie zwischen B und C liegen jeweils Halbtöne.

Die meisten anderen Tonleitern basieren auf diesem Prinzip, allerdings mit unterschiedlichen Tönen oder Intervallen. So gibt es etwa die chromatische Tonleiter, bei der man alle Halbtöne spielt , also auch die Töne wie Es oder As. Oder die pentatonische Tonleiter, bei der fünf Töne vorkommen.

Tonleitern mit Kreuzen

Jedes Kreuz erhöht einen Ton um einen Halbton. An den Notennamen wird die Silbe „is“ angehängt. Die Kreuztonarten / Kreuztonleitern benötigen bis zu sechs Kreuze.

Lass uns zur Vereinfachung die Kreuze in der Reihenfolge ihres Vorkommens hinter dem Notenschlüssel benennen: fis, cis, gis, dis, ais, und eis.

Ein Kreuz: G-Dur (fis) – Die G-Dur Tonleiter und E-Moll Tonleiter benötigen diese schwarze Taste.

Zwei Kreuze: D-Dur (fis, cis) – Die D-Dur Tonleiter und H-Moll Tonleiter benötigen diese zwei schwarzen Tasten.

Drei Kreuze: A-Dur (fis, cis, gis) – Die A-Dur Tonleiter und Fis-Moll Tonleiter benötigen diese drei schwarzen Tasten.

Vier Kreuze: E-Dur (fis, cis, gis, dis) – Die E-Dur Tonleiter und Cis-Moll Tonleiter benötigen diese vier schwarzen Tasten.

Fünf Kreuze: H-Dur (fis, cis, gis, dis, ais) – Die H-Dur Tonleiter und Gis-Moll Tonleiter benötigen alle schwarzen Tasten.

Sechs Kreuze: Fis-Dur (fis, cis, gis, dis, ais, eis) – Die Fis-Dur und Dis-Moll Tonleiter benötigen alle fünf schwarzen Tasten.

Tonleitern mit bs

Jedes b erniedrigt einen der Grundtöne um einen Halbton. An den Notennamen wird die Silbe „es“ angehängt. Ausnahmen: h wird zu b, e wird zu es und a wird zu as.

Die Vorsilben der B-Tonarten / B-Tonleitern heißen: b, es, as, des, ges, und ces.

Ein b: F-Dur (b) – Die F-Dur Tonleiter und D-Moll Tonleiter benötigen diese schwarze Taste.

Zwei b: B-Dur (b, es) – Die B-Dur Tonleiter und G-Moll Tonleiter benötigen diese zwei schwarzen Tasten.

Drei b: Es-Dur (b, es, as) – Die Es-Dur Tonleiter und C-Moll Tonleiter benötigt diese drei schwarzen Tasten.

Vier b: As-Dur (b, es, as, des) – Die F-Moll-Tonleiter und As-Dur Tonleiter benötigen diese vier schwarzen Tasten.

Fünf b: Des-Dur (b, es, as, des, ges) – Die Des-Dur Tonleiter und b-Moll Tonleiter benötigen alle schwarzen Tasten.

Sechs b: Ges-Dur (b, es, as, des, ges, ces) – Die Ges-Dur Tonleiter und Es-Moll Tonleiter benötigen alle fünf schwarzen Tasten.

Übrigens: Die A-Moll Tonleiter benötigt keine schwarzen Tasten. Die As-Moll Tonleiter benötigt alle fünf schwarze Tasten.

Bonus: Enharmonische Verwechslung

Jetzt kommt Fachwissen, das meist nur Profis haben.

Es ist möglich, eine Tonleiter mit mehr als sechs Vorzeichen zu spielen. Allerdings können hierbei enharmonische Verwechslungen auftreten.

Eine enharmonische Verwechslung findet beispielsweise bei Fis-Dur und Ges-Dur statt, obwohl unterschiedliche Vorzeichen und Noten verwendet werden. Weitere enharmonische Verwechslungen sind H-Dur und Ces-Dur (sieben „b“) und Des-Dur und Cis-Dur (sieben #).

Warum sollte man Klavier Tonleitern üben?

Tonleitern sind ein wichtiger Bestandteil jeder musikalischen Ausbildung und prägen Dein Klavierspiel. Sie sind die Grundlage für Harmonien, Melodien und viele andere komplexe Konzepte im Musikunterricht.

Obwohl manche Schüler:innen die Übungen zu Tonleiterin als langweilig und mühsam empfinden, sind diese enorm wichtig. Wer ihren Aufbau verinnerlicht, wird zum besseren Pianisten.

Doch warum sollte man Tonleitern lernen?

Erstens: Tonleitern helfen Dir dabei, ein Verständnis für den Klang der Musik zu bekommen und Deine Fähigkeiten als Musiker:in zu verbessern.

Zweitens: Tonarten helfen Dir dabei, neue Songs und Kompositionen zu verstehen, zu spielen oder selbst zu komponieren. Da jede Tonart ein bestimmtes Muster hat, kannst Du sie verwenden, um verschiedene Harmonien und Melodien zu erschaffen. Das gibt Dir auch mehr Flexibilität beim Erstellen neuer Songs oder beim Interpretieren von bestehenden Songs.

Drittens: Tonleitern können Dir dabei helfen, besser mit anderen Musiker:innen zusammenzuarbeiten. Wenn eine Gruppe von Musizierenden das gleiche Wissen hat – und etwa die verschiedenen Modulationstypen kennt – kann jeder besser miteinander kommunizieren und Songs flüssiger gemeinsam spielen. Das ist gerade im Jazz wichtig, wo meist nur improvisiert wird und Harmonien effizient in Echtzeit miteinander abgestimmt werden.

Es gibt viele Vorteile des Übens von Tonleitern für alle Arten von Musikstilrichtungen. Ob Jazz, Klassik oder Rock – jede Musikrichtung hat ihre eigene spezifische Struktur basierend auf den verschiedene Modulationstypen. Bei allen gelten die grundlegende Regeln der theoretischen Musiktheorie – insbesondere der Harmonielehre – die der Grundstein aller Tonleitern ist.

4 Tipps zum Klavier Tonleiter üben

  1. Eines der wichtigsten Instrumente, um seine musikalische Fertigkeiten zu verbessern, ist das Klavier. Wer regelmäßig übt, erreicht deutlich schneller sein Ziel. Allerdings kann es schnell langweilig werden, stundenlang Tonleitern zu spielen. Also: Verbringe nicht den ganzen Tag damit, auf dem Klavier Tonleitern zu üben, denn das ist nicht nur monoton, sondern auch nicht sehr produktiv. Kürzere, aber regelmäßige Übungseinheiten sind vorteilhafter. Wenige Minuten am Tag reichen bereits aus.

  2. Es ist wichtig, dass Du regelmäßig am Klavier übst, um Deine Hand und Deine Finger an die Grifftechniken zu gewöhnen. Damit das gelingt, lege gerne ein tägliches Übungspensum fest – das Du natürlich individuell anpassen kannst. Räume in diesem Übungspensum auch Platz für Tonleiterübungen ein. Wichtig: Stelle Tonleitern bitte nicht ins Zentrum Deiner Übungsaktivitäten. Zum Start in eine Übungs-Session sind sie aber gut geeignet.

  3. Am Anfang ist man natürlich voll motiviert und ambitioniert. Doch Vorsicht. Wenn Du Dich zu sehr dazu zwingst, eine Tonleiter flüssig zu spielen und die Fingersätze perfekt beherrschen möchtest, kannst Du ganz schön verkrampfen. Das merkt man erst gar nicht. Und plötzlich ist die Hand starr und schmerzhaft. So weit sollte es am besten gar nicht erst kommen. Achte also immer darauf, dass Deine Hand beim Spielen locker bleibt – und gönne ihr und Dir hin und wieder Pausen.

  4. Wenn Du Dich mit dem Spielen von Tonleitern auf dem Klavier schon etwas auskennst, kannst Du Deine Übungen variieren: Anfänger beginnen am besten damit, zunächst beide Hände getrennt zu üben. Den Schwierigkeitsgrad kannst Du danach selber steuern: Tonleitern in Oktaven mit beiden Händen synchron spielen, gebunden oder staccato.

Tipp für Anfänger:innen: Die ersten Stücke, die Du am Klavier lernst, sind meist in C-Dur geschrieben. Du spielst nur die weißen Tasten und kannst Dich am Fingersatz-Schema 3 + 5 orientieren. Heißt: Du spielst die Tonleiter mit den Fingern 1 – 2 – 3 (Daumen unter der Hand durchschieben) – 1 – 2 – 3 – 4 – 5

Wie merkt man sich die Tonleitern auf dem Klavier?

Es gibt einige Tricks, wie Du Dir Tonleitern merken und üben kannst.

Einer der einfachsten ist es, sich die erste und letzte Note jeder Tonleiter zu merken. Damit hast Du schonmal das grobe Gerüst der Tonleiter. Den Aufbau einer Dur- und Moll-Tonleiter kennst Du ja schon.

Ein anderer Trick ist es, sich eine Melodie zu merken, die in der jeweiligen Tonleiter gespielt wird. Alle meine Entchen entspricht etwa den Tönen der C-Dur-Tonleiter.

Alternativ kannst Du Dir einen bestimmten Akkord merken, der in der jeweiligen Tonleiter vorkommt. So kann man sich etwa die Töne der G-Moll Tonleiter merken, indem man sich den Akkord D7 merkt.

Tipp: Tonleiter lernen leicht gemacht

In meinem Buch Tonarten meistern ohne Noten lernst Du nicht nur die Tonleitern, sondern erfährst auch, wie Du ganze Tonarten beherrschen kannst. Passend zu dem Buch gibt es noch den Videokurs.

Schaue außerdem gerne auf piano.university vorbei, wenn Du lernen möchtest, wie Du intuitiv Klavier spielen kannst. Einfach nach Gehör. Und mit der Hilfe von Tonleitern. Probiere es aus!

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Das wars schon. Jetzt weißt Du, was der Unterschied zwischen Tonarten und Tonleitern ist. Weiter so!

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