Klavier Übungen: Training für deine Hände

Klavier spielen ist viel mehr, als nur Melodien mit der rechten Hand und Akkorde mit der linken Hand zu spielen. Wenn Du wirklich gut Klavierspielen möchtest, streust Du in Deine tägliche Spiel-Routine ein paar Übungen am Klavier ein. Das können Tonleitern sein – oder auch andere technische Übungen.
Gordon November
Gordon November
Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.
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Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.

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Das klingt vielleicht erstmal sehr trocken und theoretisch. Aber glaube mir: Wenn Du hin und wieder Fingerübungen und Theorie einbaust, macht Dich das auf Dauer zum besseren Pianisten. Das gilt nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene. Man lernt eben niemals aus.

Warum solltest Du Fingerübungen machen?

Klavierübungen haben ihre absolute Berechtigung! Auch ich als erfahrener Pianist gönne mir jeden Tag ein paar Fingerübungen zum Aufwärmen – und um meine Hände auf die bevorstehenden Stück vorzubereiten. Übungen machen also den Meister. Und helfen selbst den Meistern dabei, meisterhaft zu bleiben.

Jeder Musiker braucht Übungen

Tatsächlich gibt es für jedes Instrument Übungen, die die Musizierenden weiterbringen. Bei einigen Streich- und Blasinstrumenten ist es sogar notwendig, viel zu üben, bevor überhaupt erst ein vernünftiger Ton entsteht. Glaub mir: Ich weiß, wovon ich spreche.

Für Pianisten wie Dich und mich ist mit die größte Herausforderungen, Akkorde greifen zu können. Die Kunst ist hier, die entsprechende Hand (meist die linke Hand) locker zu halten und zugleich mit den Fingern die Kraft aufzubringen, den Akkord sauber klingen zu lassen.

Doch nicht nur zum Akkorde greifen brauchst Du Klavierübungen. Auch die rechte Hand braucht Übung, damit sie mit Leichtigkeit über Deine Klaiviertasten schwebt und auch schnelle Stücke in jeder Tonart ganz bequem spielen kann.

Wann solltest Du Fingerübungen machen?

Fingerübungen sind eine effektive Möglichkeit Dich am Klavier aufzuwärmen. Du kennst es sicherlich aus dem Sport. Bevor es richtig losgeht, machen sich die Athlet:innen erstmal warm. Vielleicht dehnen sie sich noch. Und dann wird volle Leistung gebraucht.

Am Piano ist das nicht anders. Bevor Du Dich auf die Tasten stürzt und Deine liebsten Songs spielst, sollten Deine Finger erst einmal aufgewärmt werden. Heißt: Der beste Zeitpunkt für Fingerübungen ist VOR dem Klavier spielen.

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Was passiert, wenn Ich mich nicht aufwärme?

Bleiben wir einmal im Sportvergleich: Was passiert, wenn sich Sportler:innen unaufgewärmt ins Training oder gar in einen Wettkampf stürzen? Richtig, sie verletzen sich. Und das ist mit das Schlimmste, was passieren kann. Trainingsausfall und vielleicht sogar einige verpasste Wettbewerbe sind das Ergebnis.

Beim Klavierspielen kann das ähnlich sein. Tatsächlich haben einige Menschen wirklich Schmerzen in den Fingern oder gar im ganzen Arm, weil sie über Monate oder Jahre technisch falsch Klavier gespielt haben.

Aufwärmen bringt viele Vorteile

Es kann aber noch schlimmer kommen. Ich hatte als Kind eine Geigenlehrerin – sie war wirklich talentiert -, die unter chronischer Migräne litt. Warum? Weil sie Geige schon sehr früh gelernt hat, toll spielen konnte aber das Instrument lange Zeit nicht richtig gehalten hat.

Bedeutet für Dich: Wenn Du Dich mit entsprechenden Klavierübungen vor jedem Spielen aufwärmst, tust Du nicht nur Deinen Fingern einen Gefallen, sondern auf Dauer auch Deiner Gesundheit. Plus: Wenn Deine Finger aufgewärmt sind, fällt das Spielen gleich viel einfacher. Gerade als Anfänger profitierst Du davon enorm.

Wo kann Ich Fingerübungen machen?

Am Klavier, wäre die schnelle und einfach Antwort. Aber tatsächlich brauchst Du für einige Übungen nicht mal Dein geliebtes Tasteninstrument. Du kannst sie eigentlich überall machen. Wann immer Du Lust und Zeit hast.

Bewege dazu einfach Deine Finger. Stell Dir eine imaginäre Klaviatur vor und spiele sie auf und ab. Vielleicht fällt es Dir schwer, eine Oktave zu greifen? Dann dehne Deine Hände regelmäßig. Du wirst sehen: Es gibt zahlreiche Übungen, die Deine Finger und Dein Klavierspiel verbessern.

Übung, Übung, Übung – nutze jede Gelegenheit

Übrigens: Jede Übung lohnt sich. Und sei sie noch so kurz. Wann immer Du ein paar Minuten Zeit hast und nicht weißt, was Du gerade damit machen sollst, setze Dich an Dein Klavier und gönne Dir ein paar Übungen. Deine Finger werden es Dir danken.

Beweglichkeit und Fingerfertigkeit: 5 Übungen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Fingerübungen gibt es viele. Sie alle helfen Dir dabei, ein besserer Klavierspieler zu sein. Doch jede Übung trainiert andere Skills. Es lohnt sich also, verschiedene Übungen anzugehen, um die rechte Hand und die linke Hand immer besser werden zu lassen.

Klavier Anfänger Übung: Hand richtig halten

Zu Beginn jeder Klavierspieler Karriere lernt man vor allen Dingen eins: Die richtige Haltung am Klavier. Ein gerader Rücken ist das A und O. Doch was ist mit den Händen?

Durchführung der Übung

Stelle Dich bequem hin, strecke Deine Unterarme aus – belasse Deine Oberarme nah am Körper. Die Hände sind locker – ebenso wie die Handgelenke.

Jetzt bist Du in einer Position, die Du so auch sitzend am Klavier ausführen würdest.

Bringe nun etwas Spannung in die Hände und strecke langsam Deine Finger aus – dann immer kräftiger, so dass Du eine Spannung in all Deinen Fingern und in der Hand spürst.

Halte diese Spannung für einen Augenblick und löse sie dann langsam wieder auf. Nicht zu ruckartig, sondern wirklich mit Geduld und Muse.

Wiederhole diese Bewegung einige Male, bis Du sie wirklich deutlich spürst. Ja, es ist wie Sport für die Finger.

Das war erst der Vorgeschmack. Wenn die Übung sitzt und Deine Hände und Finger bereit sind, setzt Du Dich an Dein Piano. Aufrechter Rücken. Unterarme angewinkelt. Hände auf den Tasten.

Denke nun an die Übung von gerade eben zurück. Verhalte Dich nun genau so. Lege die Finger auf die Tasten und bringe sie in Position. Wenn Du alles richtig machst, hast Du nun ‚runde Finger‘ – sie bilden quasi einen Halbkreis. Der Handrücken und die Handgelenke liegen oberhalb Deiner Finger.

Die gewölbte Haltung Deiner Hand und Finger, die Du nun eingenommen hast, ist genau die Haltung, die Du künftig beim Klavierspielen brauchst. Sie wird Dich durch jede Übung, jedes Stück und jeden Auftritt begleiten. Sie ist also das A und O für Anfänger.

Dein Lohn: Ein exzellentes Fingergedächtnis

Zu Beginn mag diese Übung noch etwas ungewohnt sein. Doch Du wirst merken, wie die Finger Deiner linken und rechten Hand irgendwann anfangen, automatisch die richtige Position auf Deiner Klaviatur einzunehmen. Die korrekte Haltung am Klavier geht sozusagen in Fleisch und Blut über. Und genau das wollen wir erreichen.

Klavier Übung: Tonleitern spielen und verinnerlichen

Tonleiter rauf. Tonleiter runter. Tonleiter rauf. Tonleiter runter.

Klingt langweilig? Ist es aber ganz und gar nicht! Wenn Du einmal alle Tonleitern aus dem Effeff beherrschst und wie ein Maestro über die Klaviatur fegst, wirst Du merken, dass es ein tolles Gefühl ist, jede Tonleiter gut zu beherrschen.

Durchführung der Übung

Tonleitern sind für Dich eine großartige Möglichkeit, Deine Fingerfertigkeit zu verbessern und die Koordination zwischen den Händen zu trainieren.

Um einen Klavierlauf zu spielen, beginnst Du mit dem Grundton und spielst dann die Töne der Skala nacheinander in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge.

Zum Beispiel könnte ein aufsteigender Klavierlauf in C-Dur folgendermaßen aussehen: C – D – E – F – G – A – H – C

Ein absteigender Lauf würde folgendermaßen aussehen: C – H – A – G – F – E – D – C

Spiele diesen Lauf zunächst nur mit Deiner rechten Hand. Dabei spielt Finger 1 das C, Finger 2 das D usw. Bist Du beim G angelangt, schiebe den Daumen unter Deinem Handrücken durch und spiele das A. H dann wieder mit Finger 2. Und das C mit Finger 3. Dieser Ablauf geht irgendwann in Fleisch und Blut über.

Fühlst Du Dich mit der rechten Hand sicher, spiele die C-Dur Tonleiter nun mit der linken Hand. Fünfter Finger auf C. Vierter Dinger auf D usw. Bist Du beim G angekommen, schiebst Du den dritten Finger (Deinen Mittelfinger) über den Daumen, und greifst das A. H dann mit dem zweiten Finger. C mit dem ersten Finger.

Merke: Der Daumen ist immer der erste Finger. Der Zeigefinger ist der zweite Finger. Der Mittelfinger der dritte Finger. Der Ringfinger der vierte Finger. Und der kleine Finger ist der fünfte Finger.

Dein Lohn: Ein überragendes Gefühl für den Fingersatz

Technik ist für das korrekte Setzen der Finger ein Muss. Wie gut, dass Du durch das Spielen von Tonleitern ein Gefühl für den korrekten Fingersatz entwickelst. Und ganz nebenbei auch noch die einzelnen Tonarten kennenlernst.

Diese Übung ist ein echter Allrounder und bedeutet für Anfänger einen enormen Push in der musikalischen Entwicklung.

Piano Übung Nummer 3: Akkorde spielen

Zuerst einmal solltest Du Dich mit den verschiedenen Akkordtypen vertraut machen. Die drei Haupttypen sind Dur-Akkorde, Moll-Akkorde und Septimen-Akkorde.

Es gibt auch andere Akkorde, aber wir werden uns hier auf die drei Haupttypen konzentrieren.

Dur-Akkorde werden Dir wahrscheinlich am häufigsten begegnen. Sie sind relativ einfach zu spielen und klingen sehr schön. Moll-Akkorde klingen etwas trauriger und sind daher oft in Balladen oder ruhigeren Stücken zu finden.

Septimen-Akkorde hingegen klingen sehr dramatisch und werden oft in filmischen oder dramatischen Stücken verwendet.

Durchführung der Übung

Wenn Du Akkorde spielen möchten, solltest Du zunächst einige der einfachen Dur- und Moll-Akkorde üben. Dafür benötigst Du in der Tonart C-Dur nur drei Tasten: C, E und G.

Spiele den Akkord, indem Du alle drei Tasten gleichzeitig drückst (mit den Fingern 1, 3 und 5).

Halten den Akkord für einen Moment und lasse die Tasten dann langsam los. Wiederhole das, bis es sich natürlich anfühlt. Jetzt kannst Du Dich am nächsten Akkord versuchen. Etwa der Dominanten in C-Dur: G – H – D (G-Dur)

Anfänger Übung Nummer 4: Akkorde am Piano arpeggieren

Nachdem Du Dich mit den ersten beiden Übungen vertraut gemacht hast, kannst Du jetzt mit Arpeggios weitermachen. Diese dritte Übung ist ein bisschen anspruchsvoller, aber sie hilft Dir dabei, Deine Hände voneinander unabhängig zu machen und gleichzeitig schneller zu spielen.

Durchführung der Übung

Du beginnst wieder mit dem Grundakkord – etwa in C-Dur-, aber diesmal spielst Du die Töne der Akkorde nicht zeitgleich, sondern arpeggierst sie. Das bedeutet, dass Du jeden Ton einzeln spielst, anstatt alle auf einmal.

Du trainierst hierbei nicht nur Deine Fingerfertigkeit sondern bekommst auch ein Gefühl für die einzelnen Akkorde und Tonarten. Plus: Deine Akkorde werden künftig klarer klingen.

Tipp: Versuche mit der Zeit, den Akkord so schnell wie möglich zu arpeggieren und achte darauf, dass alle Töne gleich laut klingen. Wenn Du Schwierigkeiten hast, den Akkord sauber zu arpeggieren, spiele ihn wieder langsamer und konzentriere Dich besonders auf den Teil des Akkords, der Dir schwerfällt.

Im Fall der Tonart C-Dur könnte das zum Beispiel C-G-C sein. Versuche, diese drei Töne sauber zu arpeggieren. Wenn Du das geschafft hast, kannst Du den Akkord langsam schneller werden. Der Erfolg stellt sich schnell ein.

Tipps

Du kannst diese Übung mit allen Akkorden üben, die Du bereits gelernt hast. Am Anfang solltest Du Dich aber auf die Grundakkorde konzentrieren.

Auch wenn die Akkorde zu einer Tonart sitzen, solltest Du diese Übung immer wieder am Piano wiederholen. So lange, bis Du Arpeggios in jeder Tonart beherrschst. Und darüber hinaus.

Klavierübung Nummer 5: Legato vs. Staccato

Schon von Legato und Staccato gehört? Wenn nicht, ist das kein Problem. Du lernst die Begriffe jetzt kennen.

Legato-Noten werden weich und gebunden gespielt. Sie gehen quasi ineinander über. Staccato Noten klingen dagegen kurz und ‚abgehackt‘ . Es handelt sich um freistehend Töne.

Diese beiden Spielarten deutlich voneinander zu trennen ist eine Kunst und für ein emotionales Klavierspiel sehr wichtig. Doch Du wirst sehen: Staccato und Legato zu spielen wird Dir mit der Zeit immer leichter fallen. Und der Unterschied deutlich hörbar sein.

Durchführung der Übung

Setze alle fünf Finger Deiner rechten Hand auf die Tasten Deines Klavier und spiele die ersten fünf Töne der C-Dur Tonleiter (C – D – E – F – G). Achte darauf, dass Du die vorhergehende Taste so lange hältst, bis Du die nächste anschlägst.

So verbindest Du die Noten optisch auf der Klaviatur aber auch klanglich miteinander. Gehe so auch bei den restlichen Tasten vor. Spiele sie sowohl auf- als auch abwärts.

Dass Du die Übung richtig durchführst, erkennst Du daran, dass zwischen den Tönen keine Pausen entstehen.

Jetzt beherrschst Du die musikalische Votragsanweisung Legato. Kommen wir nun zu Staccato.

Spiele wieder die fünf Töne der C Dur Tonleiter. Nur diesmal immer kurz und nacheinander angeschlagen. Stell Dir vor, die Tasten sind so heiß, dass Du sie gar nicht anders anschlagen kannst. Es entsteht der typische abgehackte Staccato Sound.

Dein Lohn: Ein Gefühl für die Musik

Wenn Du Staccato und Legato beherrschst, kannst Du künftig Deine Klavierstücke nach den Vorgaben des Komponisten spielen. Und Du bekommst noch mehr Gefühl für die Musik, ihren Ausdruck und ihre Bedeutung.

Bleibe am Ball!

Fingerübungen lohnen sich. Und Du wirst es bemerken. Mit jeder Übung wirst Du Stück für Stück zum besseren Pianisten. Du entwickelst ein Gefühl für den Fingersatz. Beherrschst die Tonarten immer besser.

Kannst mit Leichtigkeit Oktaven greifen. Und wirst immer sicherer in den Bewegungen Deiner Hände.

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Erlebe wie Du jeden Song ohne Noten spielst, indem Du die 3T des intuitiven Klavierspielens anwendest.

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