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Warum Jazz Akkorde für Anfänger gar nicht schlimm sind. Und wie Du sie meisterst.

Lerne in diesem Artikel warum Jazz-Akkorde gar nicht so schwierig sind und wie Du sie meisterst:

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Gordon November
Gordon November
Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.
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„Jazz ist sau schwer.“ Wenn es im Musikunterricht auf das Thema mit den bedrohlichen vier Buchstaben kam, wurden gefühlt alle nervös.

Selbst die Anspannung unserer erfahrenen Musiklehrerin konnte man spüren. Wie sie leise ihre Fingerspitzen tippelnd auf ihrem Pult bewegte – und nach Worten suchte, um uns Schülerschaft in das Thema reinzuholen. Wie wir sie alle mit großen und erwartungsvollen Augen anstarrten. Es muss zum Piepen gewesen sein.

Kann es sein, dass wir beide – Du und ich – uns gerade in der gleichen Situation befinden? Du bist absoluter Anfänger. Und ich der scheinbar allwissende Pianist, der Dir nun Jazz Akkorde beibringen soll?

Ganz ehrlich: Das bekommen wir hin! Ich weiß, dass Jazz schwer ist. Aber ich kenne auch Kniffe und Tricks, mit denen Du Jazz Akkorde ziemlich schnell beherrschst. Und noch besser: mit ihnen eigenständig impovisierst.

Bist Du bereit? Dann lass uns loslegen.

Jazz Akkorde: Lerne sie verstehen

Wir springen direkt ins Thema und starten mit der Frage: Was sind Jazz Akkorde überhaupt? Das erfährst Du in diesem Abschnitt. Und Du kommst auch mit der ersten Jazz Akkordfolge in Berührung.

Achtung: Damit Du mir wirklich folgen kannst, solltest Du bereits Grundwissen zu Akkorden mitbringen. Das bekommst Du in meinem Beiträgen zu Klavier-Akkorden, Intervallen sowie zu Dur und Moll. Ja, das ist viel Wissen, was Du Dir da draufschaufeln kannst. Aber Du wirst Dich freuen, wenn Du mit diesem Wissen umso schneller Jazz Akkorde spielst.

Ein Blick zurück: Wie Jazz Akkorde New Orleans eroberten

Gehen wir noch einen Step zurück. Genaugenommen in das Jahr 1901. Wir befinden uns in New Orleans. Die Stadt pulsiert. Die Menschen genießen ihr Leben. Und Mitteln in dem Getümmel befinden sich Musiklegenden wie Kid Ory und Louis Armstrong, die die Jazz Szene mächtig aufwirbeln.

Gemeinsam mit anderen Jazz-Musikern spielen sie spontane Jazz Sessions und lassen ihre Instrumente gemeinsam einen Sound erzeugen, den so vorher noch nie jemand gehört hat. Ihr Zauberwort: Improvisation. Noten? Nein danke! Hier kommt alles direkt aus dem Musikerherz. Jeder Ton. Jedes Solo. Jeder Akkord.

Und was für Akkorde! Akkorde, die es sound-mäßig einfach in sich haben. Bäm! Das kracht!

Wie es den Dixie Bands und New Orleans Musikgenies gelang, so viel aus einem Akkord rauszuholen? Ich verrate Dir ihr Geheimnis: Sie setzten auf Septakkorde.

Und was sind jetzt Septakkorde?

Wenn Du Dich schon ein wenig mit Akkorden auseinandergesetzt hast, dann weißt Du, was ein Septakkord ist. Und wenn nicht – auch nicht schlimm. Dann lernst Du es jetzt.

Meist begegnen Dir Akkorde in Form eines Dreiklangs. Dann bestehen sie aus drei Tönen. Aber auch Vierklänge – also Akkorde aus vier Tönen – sind keine Seltenheit. Der Unterschied zum Dreiklang: Wir haben einen Ton mehr. Sonst bleibt alles beim Alten. Easy, oder?

Auf dem Notenblatt sieht das dann so aus:

Beispiele Dreiklang und Vierklang (Septakkord)
Beispiele Dreiklang und Vierklang (Septakkord)

Stapeln wir vier Terzen übereinander, bekommen wir einen Septakkord. Also Dreiklang + weitere Noten. Warum der Name Septakkord? Weil der oberste Ton des Akkords im Verhältnis zum Grundton eine Septime ist.

Und jetzt wird es einfach wunderbar. Denn Du weißt schon, was ein Jazz-Akkord ist. Tatsache ist: Septakkorde sind der grundlegendste Typ des Jazz-Akkords. Yay!

Zum Vergleich: Gewöhnliche Dur- oder Moll-Dreiklänge kommen im Jazz super selten vor. Es sind fast immer Septakkorde, die Dir in Jazz Stücken begegnen.

Und die Du verwenden kannst, um Deinen Improvisationen diesen jazzig rauchigen Stil zu verleihen. Heißt aber nicht, dass Septakkorde ausschließlich dem Jazz gehören. Sie können Dir auch in anderen Genres begegnen. Spielt aber an dieser Stelle für uns keine Rolle.

Gmaj7? Lerne die Geheimsprache der Jazz Akkorde verstehen

Jazzmusik wird in der Regel auf einem Leadsheet festgehalten. Anders als bei den Notenblättern, die Dir sonst begegnen, siehst Du hier „nur“ die Melodie. Die Akkorde sind darüber notiert. In Form kryptisch anmutender Abkürzungen wie Gmaj7 oder Amin7.

Bevor ich Dir erkläre, was es damit auf sich hat, eine gute Nachricht: Diese Schreibweise gibt Dir – und jedem Jazz-Spieler – absolute Freiheit. Du kannst entscheiden, welche Akkorde Du spielen möchtest. Und wie. Klingt gut, oder?

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Die Jazz-Akkord Schreibweise leicht verständlich erklärt

Ein Akkord wird durch seinen Grundton bestimmt. Dies ist normalerweise die niedrigste Note des Akkords. Wenn also „A“ die niedrigste Note eines Akkords ist, dann ist der Akkord ein A + ja was denn nun? Das erfährst Du jetzt!

Mollakkorde werden häufig durch ein Minuszeichen ‚-‚, ein ‚min‘ oder ein ‚m‘ hinter der Akkordnote angegeben. So könnte ein A-Mollseptakkord beispielsweise als A-7, Amin7 oder Am7 notiert werden.

A-Moll Septakkord mit verschiedenen Beschriftungen
A-Moll Septakkord mit verschiedenen Beschriftungen

Dominantakkorde werden normalerweise einfach durch den Namen des Akkordes und die Erweiterung definiert. So wird ein Dominantseptakkord in D als D7 bezeichnet.

Dominantseptakkord D7
Dominantseptakkord D7

Durakkorde werden einfach mit dem Akkordnamen benannt; manchmal können Sie aber auch mit einem kleinen Dreieck, wie diesem ∆ notiert werden oder mit einem ‚maj‘ oder ‚ma‘ nach dem Akkordton. Ein G-Dur Septakkord kann also als G, G∆, Gmaj7 oder Gma7 aufgeschrieben werden.

G-Dur Septakkord mit verschiedenen Beschriftungen
G-Dur Septakkord mit verschiedenen Beschriftungen

Du siehst also: Jede dieser Hyroglyphen auf einem Jazz-Notenblatt hat auch wirklich eine Bedeutung. Du brauchst also eigentlich gar keine Noten, um Jazz zu spielen. Du musst nur einmal das System hinter der Schreibweise von Jazz Akkorden verstanden haben und schon flitzen Deine Finger ganz souverän über die Klaviatur.

Jazz Akkordfolgen: Ganz einfach erklärt und sofort für Dich spielbar

Erweiterungen verstehen

Du hast gelernt, dass die Septime eine grundlegende Erweiterung jedes Akkords ist und so ein Septakkord entsteht. Diese Sepakkorde lassen sich zusätzlich erweitern – auf diese Weise entsteht eine Fülle an Jazz Akkorden.

Was? So viele Akkordmöglichkeiten?

Keine Sorge. Du musst Dir im Bereich des Jazz‘ nur drei Erweiterungen für Deinen Akkord merken. Oder besser gesagt: Drei Zahlen. 9. 11. Und 13.

Neunter Ton

Du kannst Deinem Jazz Akkord einfach eine None hinzufügen. Das gilt für Dur Akkorde und Moll Akkorde. Aber auch für Dominant Akkorde und halbverminderte Septakkorde. Ein Cmaj9 Akkord ist zum Beispiel ein C-Dur Akkord um eine Septime und eine None ergänzt.

Cmaj9 Akkord
Cmaj9 Akkord

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Elfter Ton

In der Jazzmusik lässt sich ein Akkord auch um einen elften Ton oder – Achtung Streberwissen – eine Undezime ergänzen. Das gilt für Moll Akkorde aber auch halbverminderte und verminderte Septakkorde. Wer Lust hat, kann bei dieser Art von Jazz Akkord auch noch eine None hinzufügen.

Jazzakkord um elften Ton ergänzt Cmaj11
Jazzakkord um elften Ton ergänzt Cmaj11

Dreizehnter Ton

Gleich geschafft. Wir kommen zum letzten erweiterten Jazz Akkord. Bei diesem ergänzt Du Deinen Septimenakkord um einen 13. Ton. Das ist bei Dur-, Moll- und Dominantseptakkorden möglich.

Wichtig: Füge diesem Akkord niemals den 11. Ton hinzu. Dann entsteht eine fiese Dissonanz. Die würde unsere schöne Jazzmusik nur kaputt machen.

Jazzakkord um dreizehnten Ton ergänzt Cmaj13
Jazzakkord um dreizehnten Ton ergänzt Cmaj13

Jazz Akkordfolgen: Chaka, Du schaffst das!

Ich möchte Dir als Anfänger oder angehende Pianistin erstmal nur die wichtigsten Jazz Akkorde und Akkordfolgen näherbringen:

Du kennst jetzt die Großen Septakkorde, die Mollseptakkorde und die Dominantseptakkorde mit ihren Erweiterungen. Und genau die brauchst Du, um die meisten Jazz Akkordfolgen zu beherrschen.

Doch was ist mit den verminderten und halbverminderten Akkorden? 

Keine Sorge: Auch die wirst Du schnell verstehen:

Ein verminderter Dreiklang besteht aus zwei kleinen Terzen. Ein vollverminderter Septakkord besteht aus drei kleinen Terzen. Die dritte kleine Terz macht jedoch die Septime kaputt. Denn wie du unten in der Mitte siehst: Vom C bis zum A ist es nur noch eine Sexte. Somit müsste der Akkord eigentlich vollverminderter Sextakkord heißen.

Rechts hingegen siehst Du den halbverminderten Septakkord. „Halbvermindert“, weil die letzte Terz, vom Gg zum Bb eine große Terz ist, und damit wieder eine Septime ist.

Vollverminderter und halbverminderter Akkord
Verminderter, Vollverminderter und halbverminderter Septakkord

Die Jazz Akkordfolge, die jeder kennen sollte

Wie sagt man so schön? Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Du musst also nicht sofort alle Jazz Akkordfolgen beherrschen. Eine möchte ich Dir dennoch näherbringen. Sie ist quasi DIE Akkordfolge unter den Jazz Akkordfolgen. Also nutze sie.

Der Jazz Standard: ii-V-I

ii-V-I. Was ist das? Das ist die Akkordfolge, von der ich gerade sprach. Sie gehört zu den am meisten verwendeten Akkordfolgen der Jazz Musik. Und sie sollte unbedingt in Dein Pianisten Repertoire aufgenommen werden.

Aber lass uns erstmal diese Zeichen und ihre Bedeutung entziffern.

Klein geschriebene römische Ziffern = Moll-Akkord

Groß geschriebene römische Ziffern = Dur-Akkord

Jetzt muss diese Akkordfolge noch eine Jazz Akkordfolge werden. Und das wird sie durch Hinzufügen einer Septime. Wir bekommen also die Akkordsymbole ii7, V7 und Imaj7.

Ein Beispiel für C-Dur:

Jazz-Standard ii-V-I-1
Jazz-Standard ii-V-I am Beispiel C-Dur

Du hast auch hier völlige Freiheit und kannst den Akkorden in dieser Akkordfolge Erweiterungen hinzufügen. So kontrollierst Du direkt eine erstaunliche Menge an Variationsmöglichkeiten.

Das Ungetüm Jazz: Ist Jazz wirklich so schwer - und warum?

Du hast es drauf! Wenn Du Dich durch diesen Beitrag gekämpft und alles verstanden hast, weißt Du nun, was Jazz Akkorde sind, kannst sie eigenständig bilden und sogar erste Jazz Akkordfolgen spielen. Das ist eigentlich was für Leute mit Erfahrung. Aber auch Du als Anfänger hast es verstanden.

Der Trick: Sich nicht von den großen Türmen an Noten erschrecken lassen. Und am besten gar nicht an Noten denken. Sondern das Konzept hinter den Jazz Akkorden verstehen. Wenn Du das einmal verinnerlicht hast, spielst Du frei Klavier. Und bist in der Lage, Dir Deine Songs zu eigen zu machen.

Improvisieren wie Louis Armstrong: In der Masterclass Intuition

Wenn Du noch mehr zum intuitiven Klavierspiel lernen und künftig Deine liebsten Songs einfach nach Gehör spielen möchtest, dann werde gemeinsam mit meiner Community ein Intuinaut. In der Masterclass Intuition auf piano.university lernst Du das freie Klavierspiel – sowie Akkordfolgen – von der Pike. Und wirst bald eine Meisterin oder ein Paganini im Improvisieren.

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