Alle hassen Klavier Harmonielehre - Ich zeige Dir, warum sie super ist

Harmonielehre. Der wohl verhassteste Begriff aus dem Musikunterricht. Ha! Dabei geht es doch nur um ein System aus der klassischen Musiktheorie. Warum sich die Beschäftigung damit lohnt? Weil Du danach spielen kannst, wie ein junger Gott. Frei und losgelöst von starren Anweisungen in Form von Notenblättern.

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Picture of Gordon November
Gordon November
Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.
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Mit seinem intuitivem Klavierspiel wurde Gordon November vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis). Sein selbst produziertes Album brachte ihn in alle großen Radio-Stationen – von SWR1 bis NDR1.

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In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum Harmonielehre gar nicht schlimm ist. Und dass sie viel mehr kann, als Du ihr vielleicht zutrauen magst. Plus: Du lernst, die Lehre, um die Harmonie für Deine Musik einzusetzen. Selbst als absolute Anfängerin oder Klavier Neuling.

Bist Du bereit? Dann schnall Dich an und geh mit mir auf musikalische Entdeckungsreise. Du lernst gleich:

  • wie Du als Anfänger mit Hilfe der Harmonielehre alles spielen kannst
  • was Tonika, Dominante und Subdominante sind
  • warum die Harmonielehre Dich zu einem besseren Pianisten oder einer großartigen Musikerin macht

Einführung in die Harmonielehre: Was ist das? Und brauche ich das überhaupt?

Es gibt ja so manch ein Ungetüm, vor dem fürchten wir uns ohne Grund. Etwa den bösen Boogeyman, der nachts plötzlich vor dem Bett steht. Buh!

Dass diese kindliche Angst vor dunklen Gestalten und der Nacht mit dem Alter verschwindet, ist gut so. Aber es gibt auch Ängste, die bleiben. Obwohl sie komplett irrational sind. So auch die Angst vor der Harmonielehre.

Lass mich Dir diese Angst nehmen.

Harmonielehre ist nur ein sperriger Begriff aus der Musiktheorie. Das Prinzip dahinter ist super einfach. Und schnell erklärt.

Einfache Definition Harmonielehre

Harmonielehre ist die Studie zur Beziehung zwischen verschiedenen Tönen. Dabei betrachten wir, wie verschiedene Kombinationen von Akkorden verschiedene Stimmungen in den Menschen hervorrufen.

Die Harmonielehre beschäftigt sich also mit der Beziehung zwischen Tönen. Dabei wird untersucht, inwieweit Töne gut oder schlecht miteinander klingen (Konsonanz/Dissonanz), welche Kombination von Tönen man als Akkord bezeichnet und wie sich Akkorde stimmig aneinanderreihen (Akkordfolgen).

Ok, heißt kurz gesagt: Die Harmonielehre verrät uns, welche Töne und welche Akkorde zusammen gut funktionieren. Also angenehm klingen – und nicht als schief empfunden werden.

Harmonielehre = Stufentheorie

Gehen wir – Achtung Wortwitz – eine Stufe weiter zur Stufentheorie. Diese geht übrigens zurück auf Jacob Gottfried Weber, der Anfang des 19. Jahrhunderts das Zeitliche segnete.

Ganz im Sinne der Harmonielehre ist sie ein mächtiges Werkzeug, wenn Du die Harmonik eines Musikstücks analysieren willst. Oder einfach harmonische Songs intuitiv spielen möchtest. Das ist meine liebste Form des Musizierens.

Aber was genau macht diese Stufentheorie?

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Die Stufentheorie ist Deine Blaupause für den harmonischen Bauplan eines Songs. Sie ermöglicht es Dir, Lieder und Stücke miteinander zu vergleichen, hinter das Noten-Wirrwarr zu blicken und ein Klavierstück auf eine andere Tonart zu übertragen.

Und so funktioniert’s:

Ausgangspunkt ist eine Tonleiter – etwa in C-Dur. Aus der kannst Du das Tonmaterial direkt herauslesen. Über jeden Ton Deiner Tonleiter baust Du nun einen Akkord – jetzt bist Du bereits mitten im Geschehen.

Stufentheorie in der klassischen Musiktheorie

Vorsicht, heiß und fettig! Wir gehen jetzt ans Eingemachte.

Bleiben wir bei unserem Beispiel in der Tonart C-Dur. Die Stufentheorie besagt:
Ein Akkord hat in seiner einfachsten Form einen Grundton plus einen Terz- und einen Quintton.

Im Beispiel C-Dur siehst das dann so aus:

Harmonielehre Stufentheorie C-Dur-Tonleiter
Harmonielehre, Stufentheorie am Beispiel der C-Dur Tonleiter

Du siehst: Jede Stufe besteht aus einem Grundton. Im Fall von C-Dur sind das C – D – E – F – G – A – H – C. Diese Töne werden jeweils um eine Terz und eine Quinte ergänzt. Du weißt nicht, was Terz und Quinte bedeutet? Dann wirf einen Blick auf meinen Beitrag zum Thema Intervalle und steige sofort durch.

Achtung: Wenn Du Terz und Quinte über dem Grundton ergänzt, achte darauf, dass diese Töne in der entsprechenden Tonleiter vorkommen. Das Ergebnis sind – Achtung Fachbegriff – leitereigene Dreiklänge.

Und warum jetzt der Name Stufentheorie?

Wenn Du jetzt nochmal auf die obige Abbildung schaust, fällt Dir dann etwas auf? Jeder Akkord ist mit einer römischen Ziffer gekennzeichnet. Ihre Bedeutung kannst Du Dir sicher denken: Jede römische Ziffer bezeichnet eine Stufe.

Da alle Tonleitern aus sieben Tönen bestehen, haben sie immer sieben Stufen.

Leitereigene Dreiklänge in Dur-Tonarten

Lass‘ uns fix einen Blick auf die leitereigenen Dreiklänge der C-Dur Tonleiter werfen. Oder noch besser: Lass‘ sie uns kurz spielen. Setze Dich an Dein Tasteninstrument und spiele die leitereigenen Dreiklänge der C-Dur Tonleiter aufwärts. Höre genau hin.

Fällt Dir etwas auf? Genau, die Akkorde der zweiten, dritten und sechsten Stufe klingen irgendwie melancholisch. Riecht ganz schön nach Moll, wenn Du mich fragst. Außerdem scheint der Akkord der siebten Stufe ein wenig dissonant.

Und er scheint förmlich nach Auflösung zu schreien. Heißt: Du musst nach ihm noch mal den Grundakkord der ersten Stufe spielen, damit Ohr und Hirn glücklich sind.

All das sind Anzeichen für einen verminderten Akkord.

Leitereigene Dreiklänge einer Dur-Tonart

I., IV, und V. Stufe = Dur-Akkord (große Terz + kleine Terz)

II., III. und VI. Stufe = Moll-Akkord (kleine Terz + große Terz)

VII. Stufe = verminderter Akkord (kleine Terz + kleine Terz)

Harmonielehre Stufentheorie C-Dur leitereigene Dreiklänge
Leitereigene Dreiklänge der C-Dur Tonleiter

Leitereigene Dreiklänge in Moll-Tonarten

Bisher haben wir uns die Stufen auf Basis einer Dur-Tonleiter angesehen. Jetzt machen wir das gleiche mit einer Moll-Tonart. Probieren wir es mal mit A-Moll.

Harmonielehre Stufentheorie A-Moll Tonleiter
Harmonielehre, Stufentheorie am Beispiel der A-Moll Tonleiter

Achte auch hierbei wieder darauf, dass Du ausschließlich leitereigene Dreiklänge bildest. Also nur die Töne der jeweiligen Moll-Tonarten in den Dreiklängen verwendest.

Täglich grüßt das Murmeltier. Lass‘ uns auch diese Akkorde auf dem Klavier spielen. Keine Sorge: Solltest Du ein Clavinova, Keyboard oder E-Piano nutzen, ist das auch kein Problem. Spiele nun die leitereigenen Dreiklänge der A-Moll Tonleiter aufwärts und spitze die Ohren.

Diesmal klingen die Akkorde der ersten, vierten und fünften Stufe nach Moll. Nach Dur klingen wiederum die Dreiklänge der dritten, sechsten und siebten Stufe. Bleibt die zweite Stufe übrig. Hier haben wir es wieder mit einem verminderten Akkord zu tun, der unbedingt durch die dritte Stufe – also einen Dur-Akkord – aufgelöst werden will.

Leitereigene Dreiklänge in Moll-Tonarten

I., IV, und V. Stufe = Moll-Akkord (kleine Terz + große Terz)

III., VI. und VII. Stufe = Dur-Akkord (große Terz + kleine Terz)

II. Stufe = verminderter Akkord (kleine Terz + kleine Terz)

Harmonielehre Stufentheorie A-Moll leitereigene Dreiklänge
Leitereigene Dreiklänge der A-Moll Tonleiter

Tonika, Dominante und Subdominante

Die Tonika ist immer der erste Ton, die Dominante immer der fünfte Ton einer Tonart. Sie liegt eine Quinte über der Tonika. Die Subdominante liegt auf der vierten Stufe einer Dur- oder Moll-Tonleiter.

Erste Stufe = Tonika

Vierte Stufe = Subdominante

Fünfte Stufe = Dominante

Harmonielehre Stufentheorie Tonika Subdominante Dominante
Stufentheorie Tonika, Subdominante und Dominante

Für die Harmonielehre sind diese drei Gesellen sehr wichtig. Sie sind immer unsere Hauptstufen. Warum Du sie lieben wirst? Sie helfen Dir dabei, frei zu spielen und sauber zu arrangieren.

Spielen nach Intuition

Kennst Du Intuinauten? Das sind meine Schülerinnen und Schüler der Masterclass Intuition – und ich. Wir spielen nicht nach Noten. Wir spielen nach Intuition. Dabei hilft uns unser Gehör und unser Gespür für die Musik.

Damit wir aber frei von Noten spielen können und zugleich keine schiefen Töne produzieren, brauchen wir das Wissen der Harmonielehre. Sie zeigt uns, wie wir Akkorde bzw. Ton- und Akkordfolgen so spielen, dass sie für das menschliche Ohr gut klingen.

Wie das geht, weißt Du jetzt schon! ‚Wirklich?‘, fragst Du Dich. Ja! Das Rüstzeug habe ich Dir soeben in die Hand gedrückt. Jetzt lass‘ es uns anwenden. Erst theoretisch. Und danach ergötzen wir uns – frei nach Mephisto – am Grün des goldenen Baums.

Du hast eine Melodie und möchtest diese arrangieren. Wir nehmen als Beispiel mal den wunderschönen Song A Whiter Shade of Pale.

Harmonielehre A whiter shade of pale
Harmonielehre am Beispiel "A Whiter Shade of Pale"

Wenn Du hier lediglich einen Blick auf die Melodie der rechten Hand wirfst, kannst Du diese vielleicht schon spielen. Einfach – und ganz ohne Noten-Knowhow – geht das, wenn Du Dich mit den Harmonien vertraut machst.

Wie harmonisierst Du das gute Stück jetzt? Lass uns gemeinsam Schritt für Schritt vorgehen.

Spiele Klavier nach Intuition

Erlebe wie Du jeden Song ohne Noten spielst, indem Du die 3T des intuitiven Klavierspielens anwendest.

1. In welcher Tonart steht der Song?

Es sind keine Vorzeichen am Notenschlüssel zu sehen. Außerdem steht über dem ersten Ton das Akkordsymbol ‚C‘. Riecht nach C-Dur. Sogar 10 Meilen gegen den Wind. Damit wäre die erste Frage beantwortet.

2. Welche Tonart-Bezeichnungen haben wir?

Das Lied liegt in C-Dur vor. Außerdem begegnen uns die Tonart-Bezeichnungen E-MollA-Moll, G-Dur, F-Dur, D-Moll und G-Dur.

A whiter shade of pale Noten mit Akkorden
A whiter shade of pale Noten mit Akkorden

Und jetzt wird es magisch. Erinnere Dich an unsere Stufen der C-Dur Tonleiter zurück. Erste Stufe war C-Dur. Zweite Stufe D-Moll. Dritte Stufe E-Moll. Vierte Stufe F-Dur. Fünfte Stufe G-Dur. Die sechste Stufe A-Moll. Damit haben wir alle Akkorde, die im Song vorkommen. Wahnsinn!

A whiter shade of pale Noten mit Stufen
A whiter shade of pale Noten mit Stufen

3. Losspielen!

Das heißt für Dich: Entweder, Du spielst nach den Akkordangaben mal einen C-Dur Akkord, mal einen D-Moll Akkord usw. Oder Du machst Dich komplett frei davon und nutzt das Wissen der Harmonielehre für Deine Zwecke.

Du spielst in den ersten Takten also nicht einfach C-Dur, E-Moll, A-Moll, C-Dur, F- Dur, D-Moll. Du spielst erste Stufe, dritte Stufe, sechste Stufe, erste Stufe, vierte Stufe, zweite Stufe.

Oder aber, Du machst es Dir noch einfacher und konzentrierst Dich ausschließlich auf Tonika, Dominante und Subdominante. Im Grunde genommen kannst Du den gesamten Song mit diesen drei Harmonien begleiten. So wird ein Schuh draus!

Lifehack: Du kannst nun allen Tonleitertönen die passende Harmonie zuordnen. Die Subdominante passt zu den Tönen der vierten, sechsten und ersten Stufe der Tonleiter. Die Dominante passt zur fünften, siebten und zweiten Stufe der Tonleiter. Die Tonika passt zur fünften, ersten und dritten Stufe von C-Dur.

Harmonielehre verstehen. Akkorde sicher spielen. Intuitiv Klavier spielen. Auf piano.university

Uff. Das war eine Menge Holz heute. Aber hey, wenn Du alles begriffen hast, bist Du ein großes Stück weiter gekommen. Und wenn nicht, ist das auch keine Schande. Es ist noch kein Intuinaut vom Himmel gefallen. Aber es kann einer aus Dir werden.

Die Harmonlielehre ist ein Werkzeug bzw. ein System, mit dem Du alles spielen kannst. Daher liegt beim intuitiven Klavierspiel der Fokus auf der Harmonielehre.

Verinnerliche die Harmonielehre und lass‘ Deine Harmonien profimäßig klingen. Wie? Als Teilnehmer der Masterclass Intuition. Was Du dafür tun musst? Bei piano.university vorbeischauen und Dich einschreiben. Dann beherrschst Du bald die Harmonielehre aus dem Effeff, kannst Noten besser lesen und spielst intuitiv Deine Lieblings-Songs.

Bis gleich auf piano.university

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